Vertiefung · Deine eigene KI auf deinem Rechner · Lektion L.3 · 25 Min.

Einrichten: LM Studio installieren und das erste Modell laden

Danach ist LM Studio auf deinem Rechner installiert, ein passendes Modell heruntergeladen und geladen, und deine lokale KI hat dir auf Deutsch geantwortet.

Stand 24. Oktober 2026 · Wir prüfen die Inhalte regelmäßig gegen die aktuellen Programme. Was ist neu?

Jetzt wird es praktisch. Du installierst LM Studio – ein kostenloses Programm, das wie ein Chatfenster aussieht und Modelle herunterlädt, verwaltet und auf deinem Rechner laufen lässt. Wir nehmen LM Studio, weil es ohne Terminal auskommt, auf Mac und Windows läuft und Chats und Dokumente auf deinem Gerät lässt.

Gut zu wissen, bevor du loslegst:

  • LM Studio ist kostenlos für private Nutzung und für die interne Nutzung in deiner Firma. Nicht erlaubt ist, es weiterzuverkaufen oder als Dienst für fremde Kunden anzubieten.
  • LM Studio ändert sich oft. Sehen Knöpfe bei dir etwas anders aus als hier beschrieben, mach ein Bildschirmfoto und frag Claude (Schritt unten).

Weg B: Mach diese Lektion direkt an dem Rechner, der später zu Hause durchlaufen soll – einmal mit Bildschirm, Tastatur und Maus.

Schritt für Schritt

Lade LM Studio herunter. Öffne lmstudio.ai und klick auf den Download für dein System (Mac mit Apple-Chip oder Windows). Lade es nur von dieser offiziellen Seite – nicht von Download-Portalen.

Installiere es.

  • Mac: Öffne die heruntergeladene Datei und zieh LM Studio in den Ordner Programme. Beim ersten Öffnen fragt macOS, ob du die App aus dem Internet wirklich öffnen willst: Öffnen.
  • Windows: Starte die heruntergeladene Installationsdatei und folge den Schritten. Fragt Windows Defender nach, prüf, dass als Herausgeber LM Studio genannt ist.

Geh durch die Begrüßung – und achte auf einen Schalter. Beim ersten Start (alles auf Englisch):

  1. „Get Started“ klicken. Damit stimmst du den Nutzungsbedingungen zu (Link darunter: „Terms of Use“).

  2. „Your first model“: LM Studio schlägt ein passendes Einstiegsmodell vor, bei 16 GB zum Beispiel gemma-4-e4b von Google (knapp 7 GB). Hast du 16 GB oder weniger: einfach „Download …“ klicken. Hast du mehr Speicher und willst ein größeres Modell: „Skip for now“ und im nächsten Schritt gezielt suchen.

  3. Während der Download läuft, geht es mit „Continue“ weiter.

  4. „Advanced settings“ – hier aufpassen: Der Schalter „Start local LLM service on login“ ist eingeschaltet. Dann startet LM Studio bei jeder Anmeldung einen Dienst im Hintergrund.

    • Weg A (dein eigener Laptop/PC): Schalter ausschalten. Du startest LM Studio, wenn du es brauchst. Vergessen? Kein Problem: Zahnrad unten links → Developer → Developer mode auf ON → „Enable Local LLM Service“ aus. Damit verschwindet LM Studio auch wieder aus den Anmeldeobjekten deines Rechners.
    • Weg B (KI-Rechner zu Hause): Schalter an lassen. Genau das brauchst du in L.7.

    „Turn on Developer Mode“ lässt du aus.

  5. „Continue to LM Studio“.

Links siehst du jetzt die Bereiche Chat, Model Server, Library (deine Modelle), LM Link und Model Search (Modelle suchen). Unten links ist das Zahnrad für die Einstellungen.

Such ein Modell, das zu deinem Rechner passt (wenn du in der Begrüßung keins geladen hast oder ein größeres willst). Klick links auf Model Search. Oben stehen die Empfehlungen von LM Studio („Staff picks“), darüber das Suchfeld. Such nach dem Modell aus deiner Zeile in L.2:

  • 16 GB: gemma 4 → die Variante E4B oder 12B
  • 24–32 GB: gemma 4 → 26B-A4B, oder qwen3.6 → 35B-A3B
  • 64 GB+: gpt-oss → 120b

Achte auf zwei Dinge:

  1. Den Größenhinweis: Klick ein Modell an. Rechts unter „Download Options“ steht die Variante mit Größe, darunter ein farbiges Schild. Grün mit „Full GPU Offload Possible“ heißt: passt komplett in den Speicher, den die KI nutzen darf – das willst du. Steht dort etwas anderes (etwa eine Warnung, dass es nur teilweise oder gar nicht passt), nimm eine kleinere Variante.
  2. Die Genauigkeitsstufe: Viele Modelle gibt es in mehreren Stufen, im Auswahlfeld zu erkennen an „4bit“, „8bit“ oder Namen wie „Q4_K_M“. Weniger Bit = kleiner und schneller, etwas ungenauer. LM Studio empfiehlt 4-Bit oder höher; die Variante, die LM Studio vorauswählt, passt meist.
  3. Das Format: Am Mac bietet LM Studio oft MLX an (Apples eigenes Format, läuft auf Apple-Chips besonders schnell), sonst GGUF. Beides ist in Ordnung – nimm, was LM Studio vorschlägt.

Meldet die Suche „There was an error fetching results from Hugging Face“, ist meist nur die Verbindung zur Modellbibliothek kurz gestört – ein paar Minuten später noch mal versuchen. Die Empfehlungen („Staff picks“) funktionieren oft trotzdem.

Nimm Modelle aus dem LM-Studio-Katalog oder von den offiziellen Konten der Hersteller (Google, OpenAI, Qwen) – mehr dazu in L.9.

Lade es herunter (Knopf „Download …“ mit Größenangabe). Je nach Modell und Internet dauert das 5 bis 30 Minuten. Den Fortschritt siehst du oben rechts am Download-Symbol. Rechner in der Zeit nicht zuklappen.

Lade das Modell und stell die erste Frage. Links auf Chat und dann „New chat“. Unten im Eingabefeld steht „Pick a model (⌘L)“ – anklicken und dein Modell wählen. LM Studio lädt es in den Speicher; das dauert ein paar Sekunden.

Neben dem Modellnamen siehst du kleine Schalter, zum Beispiel „Think“. Ist er an, „denkt“ das Modell vor der Antwort erst eine Weile nach (meist auf Englisch, aufklappbar unter „Thought for … seconds“). Das hilft bei kniffligen Fragen, kostet aber Zeit. Für Mails, Zusammenfassungen und einfache Fragen: Think ausschalten.

Dann schreib:

„Erklär mir in drei Sätzen, was du bist und wo du gerade läufst.“

Achtung, schöner Lerneffekt: In unserem Test antwortete das Modell in gutem Deutsch – und behauptete, es laufe „auf Servern“. Stimmt nicht: Es läuft auf deinem Rechner. Ein Modell kann gar nicht wissen, wo es läuft; es wiederholt, was in seinen Trainingsdaten typisch war. Genau so etwas meint Lektion 1.3: KI klingt sicher, auch wenn sie danebenliegt.

Prüf das Tempo. Unter jeder Antwort ist eine Reihe kleiner Symbole. Fahr mit der Maus über das Stoppuhr-Symbol ganz links: Dann zeigt LM Studio, wie schnell das Modell geschrieben hat (Tokens pro Sekunde; ein Token ist etwa ein Wortteil) und wie lange es bis zum ersten Wort gedauert hat. Faustregel:

  • über 15 pro Sekunde: angenehm, wie Claude
  • 5 bis 15: brauchbar
  • unter 5: zu langsam – nimm ein kleineres Modell oder eine kleinere Genauigkeitsstufe

Zum Vergleich unser Test: MacBook Pro mit M1 Pro und 16 GB, Gemma 4 E4B: etwa 27 Tokens pro Sekunde, erstes Wort nach 3 bis 5 Sekunden. Gut nutzbar.

Wenn etwas anders aussieht: frag Claude. Mach ein Bildschirmfoto vom LM-Studio-Fenster.

Claude kennt LM Studio, aber nicht unbedingt die neueste Version. Vertrau im Zweifel dem, was du auf dem Bildschirm siehst.

Sag Claude:Ich richte LM Studio auf meinem [Mac mit M… / Windows-PC mit Grafikkarte …] mit [x] GB ein. Hier ist ein Bildschirmfoto. Ich möchte das Modell [Name] herunterladen und laden. Wo muss ich klicken? Und passt dieses Modell zu meinem Speicher?
Hängst du irgendwo fest? Frag deinen Claude – so oft du willst, auch zu jedem einzelnen Schritt.
Sag Claude:Ich mache gerade die Lektion „L.3 Einrichten: LM Studio installieren und das erste Modell laden“ im AWA Campus und hänge bei diesem Schritt: … Erklär ihn mir bitte einfacher, Schritt für Schritt. Ich bin Anfänger.
Geschafft, wenn …
  • LM Studio auf deinem Rechner läuft,
  • ein Modell in der passenden Größe heruntergeladen und geladen ist,
  • es dir auf Deutsch geantwortet hat und das Tempo für dich passt.
Wörter erklärt
  • Laden: das Modell von der Festplatte in den Arbeitsspeicher holen, damit es rechnen kann.
  • Genauigkeitsstufe (Quantisierung): wie stark ein Modell zusammengepresst ist. Kleiner = schneller und sparsamer, aber etwas ungenauer.
  • Kontextlänge: wie viel Text das Modell auf einmal im Blick behalten kann – deine Frage, das bisherige Gespräch und angehängte Dokumente zusammen.
  • Token: ein Stück Text, etwa ein Wortteil. KI rechnet in Tokens.