Weg B: Von Laptop, Handy und unterwegs zugreifen – sicher, mit eigener Anmeldung
Danach nutzen du und deine Familie oder dein Team die KI auf deinem Heim-Rechner über den Browser von jedem Gerät im Heimnetz, jede Person mit eigenem Konto – und auf Wunsch auch von unterwegs über einen verschlüsselten Tunnel, ohne den Rechner ins offene Internet zu stellen.
Stand 24. Oktober 2026 · Wir prüfen die Inhalte regelmäßig gegen die aktuellen Programme. Was ist neu?
Dein KI-Rechner läuft (L.7). Jetzt sollen alle etwas davon haben: du am Laptop, deine Partnerin am Tablet, die Kollegin im Büro am Handy. Dafür installierst du auf dem KI-Rechner Open WebUI – eine Chat-Oberfläche, die im Browser läuft, wie Claude, nur bei dir zu Hause. Jede Person bekommt ein eigenes Konto und sieht nur ihre eigenen Chats.
Und dann die eine Regel, an der alles hängt:
Stell deinen KI-Rechner nie über eine Portfreigabe ins offene Internet.
Sicherheitsforscher von Cisco haben 2025 über tausend solcher KI-Rechner gefunden, die ohne Passwort für jeden im Internet erreichbar waren. Von unterwegs kommst du deshalb nur über einen verschlüsselten Tunnel an deinen Rechner – das richtest du am Ende dieser Lektion ein.
Die Lektion hat drei Teile: Teil 1 richtet die Oberfläche auf dem KI-Rechner ein, Teil 2 bringt sie auf alle Geräte im Heimnetz, Teil 3 (freiwillig) macht sie unterwegs erreichbar – sicher.
Für die Installation brauchst du einmal das Terminal. Am einfachsten lässt du das Claude Code (Stufe 3) auf dem KI-Rechner machen – oder du tippst die Befehle selbst ab.
Schritt für Schritt
Teil 1 – Installiere Open WebUI auf dem KI-Rechner, am besten mit Claude Code. Öffne auf dem KI-Rechner Claude Code (oder per Fernwartung aus L.7).
Wenn du es selbst machen willst – laut offizieller Anleitung (Mac):
- Das Hilfsprogramm uv installieren:
curl -LsSf https://astral.sh/uv/install.sh | sh - Open WebUI starten:
DATA_DIR=~/.open-webui uvx --python 3.11 open-webui@latest serve
Unter Windows (PowerShell):
powershell -ExecutionPolicy ByPass -c "irm https://astral.sh/uv/install.ps1 | iex"$env:DATA_DIR="C:\open-webui\data"; uvx --python 3.11 open-webui@latest serve
Open WebUI braucht Python 3.11 oder 3.12 (nicht 3.13); uv lädt die passende Version selbst. Wichtig: Open WebUI ist so von Haus aus im ganzen Heimnetz erreichbar (Port 8080) – genau das wollen wir für Weg B. Deshalb ist das starke Admin-Passwort im nächsten Schritt Pflicht. Willst du Open WebUI nur auf diesem einen Rechner nutzen, häng --host 127.0.0.1 an den Startbefehl an.
Installiere mir Open WebUI auf diesem [Mac/Windows-PC] ohne Docker, nach der offiziellen Anleitung auf docs.openwebui.com mit uv. Die Daten sollen in einem festen Ordner liegen [Mac: ~/.open-webui, Windows: C:\open-webui]. Starte es danach einmal und sag mir die Adresse. Erklär mir jeden Befehl, bevor du ihn ausführst.
Leg das Admin-Konto an. Öffne auf dem KI-Rechner im Browser http://localhost:8080. Das erste Konto, das du anlegst, ist der Administrator – das bist du. Wähle ein starkes Passwort und schreib es in deinen Passwort-Manager.
Verbinde Open WebUI mit LM Studio. Open WebUI ist nur die Oberfläche; rechnen tut weiter LM Studio. Im Admin-Bereich von Open WebUI (je nach Version über deinen Namen → Admin-Bereich → Einstellungen → Verbindungen) bei „OpenAI-API-Verbindungen verwalten“ auf „Verbindung hinzufügen“ klicken, die Adresse http://localhost:1234/v1 eintragen, als Schlüssel ein beliebiges Wort (LM Studio verlangt hier keinen), prüfen lassen und speichern. Danach erscheint dein Modell oben in der Modellauswahl.
Verbinde mein Open WebUI mit LM Studio auf demselben Rechner (Server auf Port 1234). Wo genau trage ich das ein, und was gebe ich als Schlüssel an, wenn LM Studio keine Anmeldung verlangt?
Lass Open WebUI automatisch starten. Sonst ist die Oberfläche nach jedem Neustart weg.
Mach danach den Stecker-Test aus L.7 noch einmal: Nach dem Neustart müssen LM Studio und Open WebUI von selbst laufen.
Richte ein, dass Open WebUI mit genau diesem Befehl [Befehl von oben] automatisch startet, sobald ich am [Mac/Windows-PC] angemeldet bin, und im Hintergrund weiterläuft. Zeig mir, wie ich prüfe, ob es läuft, und wie ich es wieder abschalte.
Teil 2 – Öffne den Chat von einem anderen Gerät im Heimnetz. Auf deinem Laptop im selben WLAN den Browser öffnen und http://192.168.178.20:8080 eingeben (deine Adresse aus L.7). Fragt der Mac beim ersten Mal, ob er eingehende Verbindungen erlauben soll: Erlauben. Unter Windows fragt die Windows-Firewall – nur für private Netzwerke erlauben.
Leg Konten für die anderen an. Admin-Bereich → Benutzer → „Benutzer hinzufügen“. So bestimmst du selbst, wer reinkommt. Die freie Registrierung ist nach dem ersten Konto aus – lass das so. Neue Konten, die sich trotzdem anmelden, landen als „ausstehend“ und brauchen deine Freigabe.
Leg die KI aufs Handy. Auf dem Handy im WLAN die Adresse öffnen, anmelden, dann:
- iPhone: Safari → Teilen-Symbol → Zum Home-Bildschirm
- Android: Chrome → Menü (drei Punkte) → Zum Startbildschirm hinzufügen
Jetzt sieht es aus wie eine App.
Teil 3 – Von unterwegs nur durch einen Tunnel. Zu Hause im WLAN klappt jetzt alles. Unterwegs ist der Rechner nicht erreichbar – und das ist gut so. Willst du auch von unterwegs dran, gibt es drei sichere Wege. Wähle einen davon (dieser und die nächsten beiden Schritte).
Möglichkeit 1: Tailscale (am einfachsten). Eine App, die deine Geräte über ein privates, verschlüsseltes Netz verbindet, egal wo sie sind.
- App auf dem KI-Rechner und auf Handy/Laptop installieren, überall mit demselben Konto anmelden.
- Danach erreichst du Open WebUI unterwegs über den Tailscale-Namen oder die Tailscale-Adresse des KI-Rechners, Port 8080.
- Kosten: Der persönliche Tarif ist kostenlos, für bis zu 6 Nutzer und beliebig viele Geräte.
- Daten: Die Verbindung ist Ende-zu-Ende verschlüsselt (WireGuard). Tailscale (Firmensitz Kanada) sieht, welche deiner Geräte wann miteinander verbunden sind, aber nicht, was ihr schreibt.
Möglichkeit 2: VPN deiner FRITZ!Box (ohne fremden Dienst). Ab FRITZ!OS 7.39 kann die FRITZ!Box selbst einen verschlüsselten Tunnel (WireGuard) anbieten: fritz.box → Internet → Freigaben → Reiter „VPN (WireGuard)“ → „WireGuard-Verbindung hinzufügen“ → „Einzelgerät verbinden“ → „Weiter“ → Namen eingeben, eventuell an der Box mit einem Tastendruck bestätigen. Danach den QR-Code mit der App WireGuard auf dem Handy scannen. Voraussetzungen: Dein Internetanschluss hat eine IPv6-Adresse oder eine öffentliche IPv4-Adresse (frag im Zweifel deinen Anbieter), und AVM empfiehlt, vorher MyFRITZ! einzurichten. Die Kabel-Modelle FRITZ!Box 6590 und 6490 können kein WireGuard. Mit eingeschaltetem Tunnel bist du unterwegs „wie zu Hause im WLAN“ und öffnest dieselbe Adresse wie in Teil 2.
Ich habe eine FRITZ!Box [Modell] mit FRITZ!OS [Version]. Führ mich durch die Einrichtung von WireGuard für mein Handy, damit ich unterwegs meinen Rechner zu Hause erreiche. Brauche ich dafür MyFRITZ!?
Möglichkeit 3: LM Link von LM Studio (nur iPhone/iPad, noch neu). LM Studio bietet mit LM Link und der iPhone-App Locally eine eigene Verbindung zu deinem LM Studio an – ebenfalls verschlüsselt, aufgebaut auf Tailscale. Dafür brauchst du ein LM-Studio-Konto. Was es künftig kostet, ist noch offen. Für Familie und Team mit eigenen Konten ist Open WebUI mit Tailscale oder FRITZ!Box-VPN die bessere Wahl.
Teste unterwegs. Handy aus dem WLAN (mobile Daten an), Tunnel einschalten, Adresse öffnen, Frage stellen. Dann Tunnel aus: Die Seite darf nicht mehr laden. Genau so soll es sein.
Ich mache gerade die Lektion „L.8 Weg B: Von Laptop, Handy und unterwegs zugreifen – sicher, mit eigener Anmeldung“ im AWA Campus und hänge bei diesem Schritt: … Erklär ihn mir bitte einfacher, Schritt für Schritt. Ich bin Anfänger.
- Open WebUI auf dem KI-Rechner läuft, mit LM Studio verbunden, und nach einem Neustart von selbst startet,
- du von einem zweiten Gerät im Heimnetz mit deinem Konto chatten kannst,
- jede Person, die die KI nutzen soll, ein eigenes Konto hat,
- (wenn gewünscht) der Zugriff von unterwegs nur mit eingeschaltetem Tunnel klappt.
Wörter erklärt
- Open WebUI: eine Chat-Oberfläche für lokale KI, die im Browser läuft.
- Port: eine „Tür“ an einem Rechner, an der ein bestimmtes Programm wartet (hier 8080 für Open WebUI, 1234 für LM Studio).
- Portfreigabe: eine Einstellung im Router, die eine solche Tür für das ganze Internet öffnet. Für deinen KI-Rechner: nie.
- VPN / Tunnel: eine verschlüsselte Verbindung, durch die ein Gerät unterwegs so tut, als wäre es zu Hause.
- WireGuard: ein modernes, schnelles Verfahren für solche Tunnel.