Stufe 3: ein Chatbot für Kunden – Pflichten, bevor gebaut wird
Danach kennst du die Pflichten eines Kunden-Chatbots – KI-Kennzeichnung, Datenschutz, Haftung, Übergabe an einen Menschen – und entscheidest, ob du ihn selbst baust oder einen fertigen Dienst nimmst.
Stand 23. Oktober 2026 · Wir prüfen die Inhalte regelmäßig gegen die aktuellen Programme. Was ist neu?
Ein Chatbot auf deiner Website spricht mit Fremden – in deinem Namen. Bevor du ihn baust, klärst du die Pflichten. Manche sind gesetzlich, andere einfach klug. Am Ende entscheidest du, ob du ihn selbst baust (Lektion R.7) oder einen fertigen Dienst nutzt.
Schritt für Schritt
KI-Kennzeichnung. Seit dem 2. August 2026 müssen KI-Systeme, die direkt mit Menschen sprechen, so gestaltet sein, dass Menschen erfahren, dass sie mit einer KI sprechen – außer es ist offensichtlich (Art. 50 KI-Verordnung). Baust du den Chatbot selbst, bist du dafür verantwortlich. Einfachste Lösung: ein gut sichtbarer Satz wie „Ich bin ein KI-Assistent und antworte aus unseren Unterlagen. Ich kann mich irren.“ Diese Pflicht wurde nicht verschoben.
Datenschutz. Ein Kunden-Chat verarbeitet, was Menschen eintippen – oft Namen, Mail-Adressen, manchmal mehr. Du brauchst:
- einen Abschnitt in deiner Datenschutzerklärung (welche Dienste, wie lange gespeichert),
- Auftragsverarbeitungsverträge mit den beteiligten Diensten,
- eine kurze Entscheidung, ob und wie lange du Gespräche speicherst.
Haftung. Was der Chatbot sagt, gilt als Auskunft deines Unternehmens – siehe der Fall der kanadischen Fluggesellschaft aus R.1. Deshalb: nur getestetes Wissen (R.4), keine verbindlichen Zusagen (Preise „laut aktueller Preisliste“, Termine nur als Anfrage), ein Hinweis, dass verbindlich nur deine Bestätigung ist.
Ein Weg zum Menschen. Der Chatbot muss jederzeit sagen können: „Dafür meldest du dich am besten direkt bei uns: [Kontakt].“ Bei Beschwerden, heiklen Themen und allem, was nicht im Wissen steht.
Entscheide: selbst bauen oder fertigen Dienst nehmen.
| Selbst bauen (R.7) | Fertiger Chatbot-Dienst | |
|---|---|---|
| Kosten | wenige Cent bis Euro im Monat für die API, dazu Hosting meist kostenlos | Monatsabo beim Anbieter |
| Aufwand | Vertiefung „Web-App“ als Grundlage, dann einige Stunden | Einrichtung ohne Programmieren |
| Kontrolle | volle Kontrolle über Wissen, Regeln, Daten | Funktionen und Datenwege bestimmt der Anbieter |
| Verantwortung | alles bei dir: Sicherheit, Kennzeichnung, Updates | geteilt; prüfe den Anbieter genau |
Selbst bauen lohnt sich, wenn du die Vertiefung „Web-App“ gemacht hast und genau weißt, was der Chatbot darf. Sonst ist ein seriöser fertiger Dienst mit Rechenzentrum in der EU und Auftragsverarbeitungsvertrag oft die bessere Wahl.
Ich will einen Kunden-Chatbot für [Branche] auf meiner Website. Ich kann [nicht] programmieren und habe [Zeit] pro Woche. Soll ich selbst bauen oder einen fertigen Dienst nehmen? Nenn mir Kriterien, wie ich einen Anbieter prüfe – keine Werbung für bestimmte Firmen.
Ich mache gerade die Lektion „R.6 Stufe 3: ein Chatbot für Kunden – Pflichten, bevor gebaut wird“ im AWA Campus und hänge bei diesem Schritt: … Erklär ihn mir bitte einfacher, Schritt für Schritt. Ich bin Anfänger.
- du die vier Pflichten kennst: KI-Hinweis, Datenschutz, Haftung, Weg zum Menschen,
- du einen Satz für den KI-Hinweis formuliert hast,
- du entschieden hast, ob du selbst baust oder einen fertigen Dienst nimmst.
Wörter erklärt
- KI-Verordnung (AI Act): das EU-Gesetz für künstliche Intelligenz; Art. 50 regelt Transparenzpflichten.
- Kennzeichnung: der Hinweis, dass man mit einer KI spricht.
- Übergabe an einen Menschen: der Weg, auf dem ein Kunde von der KI zu einer echten Person kommt.